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5G-Netz

United Internet bleibt beim Netzaufbau entschlossen

von - 16.08.2019
5G Antenne
Foto: TPROduction / shutterstock.com
Der Konzern von Ralph Dommermuth treibt die Pläne für den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes weiter voran. United Internet kündigte zudem an, dass der Umsatz 2019 nur um rund zwei Prozent zulegen werde.
Der Telekommunikationsanbieter United Internet treibt die Pläne seiner Tochter 1&1 Drillisch für ein eigenes Mobilfunknetz voran, wird aber beim Blick auf das Gesamtjahr vorsichtiger. Der Umsatz dürfte 2019 unter anderem wegen des schwächer laufenden Geschäfts mit Hardware nur um zwei Prozent zulegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend in Montabaur mit.
Zuvor war United Internet von einem Zuwachs um vier Prozent ausgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird zugleich unter anderem wegen höherer Netzentgelte und Ausgaben für den neuen Mobilfunkstandard 5G um rund elf statt wie bisher gedacht um rund zwölf Prozent zulegen.
Zur Beruhigung der Gemüter kündigte der Konzern den Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu 192 Millionen Euro an. Das Programm soll am 16. August starten und bis spätestens Ende März 2020 andauern. Die Ankündigung half aber erst einmal nichts. Die United-Internet-Aktie büßte zuletzt knapp sieben Prozent auf 24,99 Euro ein und fiel damit auf das tiefste Niveau seit sechs Jahren.
Die Drillisch-Anteile verloren sogar elf Prozent. Zusammen belegten United Internet und Drillisch damit die hinteren Plätze im MDax für mittelgroße Werte. Auf Jahressicht haben die Titel um mehr als 40 Prozent beziehungsweise fast 50 Prozent nachgegeben.

Leichtes Umsatzwachstum im ersten Halbjahr bei United Internet

Im ersten Halbjahr konnte United Internet den Umsatz nur um gut ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro steigern. Hier hatte das Unternehmen unter anderem mit dem Smartphone-Geschäft zu kämpfen, in dem die Preise zur Kundengewinnung meist subventioniert werden. Das operative Ergebnis war unter anderem aufgrund von zuletzt überarbeiteten Bilanzregeln, die insbesondere die Verbuchung von Leasingverträgen ändern, elf Prozent auf 630 Millionen Euro nach oben geklettert.
Negativ wirkten sich dagegen geplante Investitionen sowie erhöhte Marketing-Ausgaben im Geschäft mit Internet-Anwendungen aus. Hinzu kamen vorläufig entstandene Mehrkosten bei der Netzmiete im Mobilfunkgeschäft für Privatkunden in Höhe von rund 37 Millionen Euro.
Konzernchef und Großaktionär Ralph Dommermuth geht hier schon seit Monaten auch rückwirkend fest von Preisnachlässen durch eine Neuverhandlung aus. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen habe es im entsprechenden schiedsgutachterlichen Verfahren noch keine verbindliche Entscheidung gegeben. "Wir haben im September 2017 angefangen und von daher gedacht, es wird eine kurze Sache", sagte Dommermuth der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Unser Vorleistungslieferant hat das aber nicht so gesehen."
So sei bei der Bundesnetzagentur die Regel durchgesetzt worden, dass während der 5G-Frequenzauktion keine Verhandlungen stattfinden dürften. Die Auktion hatte sich im Frühling dann allerdings stark in die Länge gezogen, "länger als es alle am Anfang gedacht haben", so Dommermuth. Nach Angaben des Unternehmens soll die Entscheidung nun aber bis spätestens Ende Oktober fallen.
United Internet betreibt über Drillisch bisher keine eigenen Antennen, sondern mietet Kapazitäten vor allem bei der O2-Mutter Telefónica Deutschland und auch bei Vodafone. An seinem Plan, künftig ein eigenes Netz zu errichten, hält das Unternehmen aber fest. Zu diesem Zweck hatte es sich im Rahmen der jüngsten 5G-Frequenzauktion insgesamt sieben Blöcke für rund 1,1 Milliarden Euro gesichert und damit die erste Hürde genommen.
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