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Alle Modelle ab 2017

Google bringt Android-Apps auf Chromebooks

von - 24.01.2017
Chrome OS mit Playstore
Foto: Google
Ab dem Modelljahr 2017 sollen nun alle Chromebooks die Nutzung von Android-Apps erlauben. Damit mausert sich Googles Cloud-OS zum Windows-Wettbewerber.
Google will die Funktionalität seines Chromebook-Line-ups weiter ausbauen: Nachdem der Internet-Konzern bereits im vergangenen Jahr den Support von Android-Apps unter Chrome OS angekündigt und eine erste Beta-Version mitsamt App-Unterstützung für wenige Geräte bereitgestellt hatte, soll nun jedes Chromebook ab dem Modelljahr 2017 mit Anwendungen aus dem Playstore versorgt werden. Damit mausert sich das Betriebssystem allmählich vom Browser-fokussierten Cloud-System zum vollwertigen OS und damit auch zum Windows-Konkurrenten.
Angekündigt wurde der Ausbau des neuen Features auf der Webseite des Chromium Projekts, das mit Chroimium OS die Open-Source-Basis für Googles Chrome OS stellt. Dort findet sich auch eine Liste mit allen bislang erhältlichen Chromebooks, die via Software-Update Zugang zum Playstore erhalten sollen. Bislang werden dort weit über 60 Modelle von etablierten Herstellern wie Acer, Asus, Dell, Lenovo oder Toshiba gelistet. Wann der App-Support für die einzelnen Modelle genau ausgerollt werden soll, ist derzeit noch nicht bekannt.

2,6 Millionen Android-Apps stehen bereit

In Googles App-Markt, der bislang Smartphones und Tablets vorbehalten war, tummeln sich derzeit laut Statista über 2,6 Millionen Anwendungen. Den Löwenanteil davon dürften zwar Spiele und Media-Apps ausmachen, allerdings wächst auch die Anzahl von Produktivitäts-Apps und Enterprise-Software tagtäglich. So findet sich etwa Microsofts Office-Suite mitsamt Outlook im Playstore und auch Google selbst baut das App-Angebot für professionelle Nutzer beständig aus. Mit Android for Work hat der Konzern hierfür eigens eine Plattform geschaffen, die sichere Software für Unternehmen bereithält und gleichzeitig eine komfortable Distributions-Plattform für Enterprise-Lösungen darstellen soll. Dort sind neben Unternehmens-spezifischen Apps auch verschiedene Business-Anwendungen für Mailing, Kontakte und den Kalender mit Exchange- und Notes-Support erhältlich.

Chromebook-Erfolgsrezept: Preiswerte Dauerläufer

Zwar reicht die Funktionalität von Googles Chrome OS auch mit der Playstore-Anbindung nicht ganz an die traditionellen Windows-, Mac- oder Linux-Systeme heran, doch in einer zunehmend von Cloud-Diensten geprägten IT-Welt dürfte dieses Manko in vielen Einsatzszenarien weniger von Bedeutung sein. Was allerdings sehr wohl ausschlaggebend sein dürfte, sind Faktoren wie Anschaffungspreis und Laufzeit. Und genau hier haben viele Chromebooks im Vergleich zu Geräten mit Konkurrenz-Systemen die Nase vorn. Das schlanke Google-System ist bereits auf preiswerten ARM-Prozessoren lauffähig und verbraucht entsprechend wenig Energie, was wiederum hohe Akkulaufzeiten ermöglicht.
Mit diesen Tugenden gelang Google bereits die Eroberung des US-Bildungssektors. Außerhalb der USA fristen die Geräte hingegen ein Nischendasein. Ob die Playstore-Anbindung vermag, daran etwas zu ändern, wird die Zukunft zeigen.
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