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Data-Center

Cloud oder On-Premise - die Qual der Wahl

von - 23.04.2019
Datacenter
Foto: vectorfusionart / shutterstock.com
Der Wettstreit zwischen Cloud und eigenem Rechenzentrum ist längst nicht entschieden. Zudem wird Edge-Computing bereits als potenzieller Nachfolger für die Wolke gehandelt.
IT-Trends wie Big Data, IoT oder Industrie 4.0 erhöhen kontinuierlich den Bedarf an der Bereitstellung von Daten und Rechenleistung. Grundsätzlich lässt sich das im Unternehmen selbst oder über einen externen Dienstleister, sprich in der Cloud, verwirklichen.
Der „Cloud-Monitor 2018“ der Unternehmensberatung KPMG zeigt selbst bei den lange skeptischen deutschen Firmen eine leicht steigende Cloud-Akzeptanz. Zwei von drei Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern nutzen demnach die Cloud bereits, 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Datensicherheit in der Cloud bewerten sie zunehmend positiv, Verbesserungspotenzial besteht demnach vor allem beim IT-Administra­tionsaufwand und bei den Implementierungszeiten neuer Cloud-Anwendungen.
Doch trotz des scheinbaren Triumphs der Cloud haben auch On-Premise-Rechenzentren noch ihre Berechtigung. In mancher Hinsicht sind sie sogar immer noch die bessere Wahl. Das zeigt etwa ein Blick auf das Thema Hochverfügbarkeit: Insgesamt konnten 69 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten zumindest zeitweise nicht auf ihre Cloud-Anwendungen zugreifen.
Außerdem ist der Gang in die Cloud (fast) eine Reise ohne Wiederkehr. Der Weg zurück in die eigene Unternehmensumgebung ist wie das Befahren einer Einbahnstraße in verkehrter Richtung: zwar möglich, aber mit großen Risiken, Kosten und Mühen verbunden.
Christian Gehring
Christian Gehring
Director Solution Architects VMware
www.vmware.de
Foto: VMware
„Unternehmen greifen ­inzwischen auf drei bis acht verschiedene Clouds zurück.“

Allgegenwärtige Cloud

Eine klassische Public-Cloud-Lösung basiert auf dem Prinzip Software as a Service (SaaS). Dabei sind sämtliche Daten auf externen Servern von spezialisierten Anbietern gespeichert. Es sind folglich weder ein unternehmenseigenes Rechenzentrum noch ausgebildete IT-Spezialisten vonnöten. Deshalb  gibt es auch kaum noch Branchen, die sich dem Lockruf der Cloud widersetzen. „Cloud-Dienste werden in allen Bereichen genutzt, wie zum Beispiel der Informationstechnologie und Telekommunikation, im Verkehrssektor oder im Bereich Einzelhandel“, sagt Christian Gehring, Director Solution Architects bei VMware. Dabei spielt die Größe des Unternehmens kaum eine Rolle. „Sowohl kleine Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand als auch große, globale Unternehmen haben die Cloud für sich entdeckt.”
Natürlich gibt es gute Gründe, warum die Cloud auf IT-Entscheider eine gewisse Faszination ausübt. „Meist kommt die Cloud durch Zusatzprojekte oder zusätzlichen Ressourcen­bedarf in die Unternehmen, weil sie im Vergleich zur klassischen IT-Beschaffung agiler und schneller zuschaltbar ist. Sie ergänzt dann die vorhandene On-Premise-Infrastruktur, erweitert sie oder bildet das Backup“, erklärt Henrik Hasenkamp, CEO des Kölner IaaS- und PaaS-Anbieters gridscale.
Carlo Pacifico
Carlo PacificoVP DACH bei New Relic
https://newrelic.de
Foto: New Relic
„Bei Unternehmens­gründungen würde ich die IT-Infrastruktur nicht mehr On-Premise planen.“
In den seltensten Fällen ersetzt die Cloud das eigene Rechenzentrum komplett. Auch dafür gibt es gute Gründe: „Zum einen sind die angeschafften Server mindestens bis zur vollständigen Abschreibung ein finanzieller Wert im Unternehmen, zum anderen machen bestimmte Regelungen hinsichtlich Datenhaltung und -sicherheit in manchen Branchen On-Premise-Lösungen unabdingbar.“
Cloud-Nachzügler sind laut Carlo Pacifico, VP DACH des Application-Performance-Management-Anbieters New Relic, vor allem alteingesessene Firmen: „Traditionsreiche Unternehmen wie etablierte Finanzdienstleister befinden sich aufgrund ihrer Unternehmenskultur und der komplexen Organisationsstruktur oft noch im hinteren Teil der Innovationswelle.“
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