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RPA-Software

Deshalb ist Robotic Process Automation so lukrativ

von - 07.03.2018
Roboter
Foto: freedomnaruk / Shutterstock.com
Robotic Process Automation (RPA) eignet sich besonders gut für wiederkehrende Tätigkeiten, die regelbasiert ablaufen. RPA-Software beschleunigt diese Prozesse und entlastet Mitarbeiter.
Beim Thema Roboter denken wohl viele Menschen zunächst an R2-D2 und C-3PO aus „Star Wars“ oder an Industrieroboter, die Fertigungsschritte und Prozesse automatisieren. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig: Sie holen Teile aus dem Regallager, bringen sie an ihren Bestimmungsort oder stapeln sie passgenau auf eine Palette. Der gemeinsame Nenner: Diese physischen Roboter automatisieren mechanische, sich wiederholende Abläufe, arbeiten sehr effizient und meist fehlerfrei, werden nicht müde oder krank und brauchen keinen Urlaub.
Anstieg der RPA-Lösungen bis 2025
Quelle: Tractica
In letzter Zeit finden Roboter auch ihren Weg ins Büro. Als Software-Roboter übernehmen sie einfache, monotone Prozesse wie etwa die Eingabe von Adressdaten. Das Stichwort lautet Robotic Process Automation (RPA).
Der Begriff wird unterschiedlich definiert. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Digitalverband Bitkom, sieht RPA als Weiterentwicklung der klassischen Prozessautomatisierung mit Software-Robotern und KI. „Bisher liefen automatisierte Workflows etwa zur Verarbeitung von Transaktionen im Hintergrund ab und waren von außen nicht nachvollziehbar. Jetzt ahmen Software-Roboter menschliches Verhalten nach, wenn sie zum Beispiel Daten automatisiert in Formularfelder eingeben. Sie arbeiten mit den gleichen Benutzerschnittstellen, etwa bei Audio-Bots wie Alexa oder textbasierten Chats.“
Matthias Zacher, Manager Research & Consulting beim Marktforschungsunternehmen IDC, zieht bei den Tools für automatisierte Prozesse eine historische Linie von Makros und Skripts über die Workflow-Automation bis hin zum heutigen RPA. „Ich verstehe unter RPA Software-Lösungen und Prozesse, die Interaktionen durchführen, die normalerweise von Mitarbeitern erledigt werden. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird RPA zu Intelligence Process Automation. Ein Beispiel dafür sind Sprach-Bots. Die Trennschärfe zwischen den Begriffen ist allerdings nicht eindeutig, die Grenzen sind fließend.“ Laut
Zacher kann sich ein IT-affiner Anwender RPA-Lösungen selbst zusammenstellen, bei Intelligence Process Automation seien Software-Entwickler für das Programmieren gefragt.
Carsten Rust, Director Solution Consulting DACH beim RPA-Anbieter Pegasystems, bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel. Grundsätzlich sieht er Robotic hier als Oberbegriff für einen Software-Robot, der Aufgaben übernimmt, die vorher ein Mensch erledigt hat. Diesen unterteilt er in die Subkategorien RPA, RDA (Robotic Desktop Automation) und Chat­bots mit KI. Unter RPA versteht er Software-Roboter, die auf einem Server ausgeführt werden und ohne weitere Interaktion mit dem Menschen ihre Arbeit verrichten. „Typische Aufgaben sind im Backoffice zu finden, beispielsweise für das Übertragen von Informationen aus einem Transaktionssystem in ein CRM, das auf einer anderen Plattform läuft“, so Carsten Rust. „RDA bezeichnet einen persönlichen Roboter auf dem Rechner eines Mitarbeiters, der ihn beim Erledigen von Routineaufgaben unterstützt. Hier kommt es an geeigneten Stellen zur Interaktion zwischen dem Menschen und dem Roboter. Ein typischer Anwendungsfall für RDA ist im Frontoffice-Callcenter eines Unternehmens.“
Unter die Kategorie Chatbots fallen Robots, die mit KI kombiniert werden und eigenständig den Chat mit den Kunden übernehmen auf Basis von Text-Mining, Natural Language Analytics und einer Sentiment-Analyse, die Emotionen des Nutzers erkennt.
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