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Plattformen fürs IIoT

Industrie 4.0 braucht starke Fundamente

von - 13.03.2019
Industrie 4.0
Foto: PopTika / Shutterstock.com
Der Markt für IIoT-Plattformen ist stark in Bewegung. Unzählige Betreiber buhlen um die Gunst der Firmen und versuchen sich mit innovativen Lösungen von den Wettbewerbern abzusetzen.
Industrieunternehmen sollten 2 bis 5 Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren“, rät Jörg Gnamm, Partner bei der Managementberatung Bain & Company. „Die Investitionen zahlen sich aus. Denn digitale Vorreiter wachsen nicht nur rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb, sondern sind auch bis zu 30 Prozent profitabler.“
„An digitalen Initiativen mangelt es in den meisten Unternehmen nicht“, ergänzt Michael Schertler, ebenfalls Bain-Partner. „Allerdings sind die Aktivitäten oft in viele Einzelprojekte zersplittert. Es fehlt eine in sich schlüssige Gesamtstrategie.“
Industrieunternehmen müssten eigentlich neue Geschäftsmodelle entwickeln. Eine zen­trale Rolle dabei können IoT-Plattformen spielen, die durch softwarebasierte Anwendungen neue Wachstumschancen eröffnen. Das Erfolgspotenzial  digitaler  Plattformen beruht  auf drei Charakteristika, so der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA):  Sie  reduzieren Transaktionskosten,  ermöglichen  neue Services  und  Geschäftsmodelle,  und der Netzwerkeffekt  erhöht den  Nutzen  der Plattformen  exponentiell  mit steigender Anzahl von Teilnehmern.
Michael Schertler
Partner bei Bain & Company
www.bain.com/de
Foto: Bain
„Unternehmen müssen die Anbieter sorgfältig prüfen, um in diesem extrem fragmentierten Markt den richtigen Technologiepartner zu finden.“
IoT-Plattformen sind laut „VDMA IT-Report 2018–2020“ denn auch auf der Überholspur: Im Jahr 2016 äußerten noch mehr als 60 Prozent der Unternehmen, dass ihnen das Thema unbekannt sei oder die Lösungen keine Relevanz für das eigene Unternehmen hätten. Heute präsentiert sich ein vollständig anderes Bild. Für drei Viertel der Unternehmen haben, so der Report, mittlerweile Plattformen eine Bedeutung, fast 30 Prozent haben schon Lösungen im Einsatz. Vorreiter ist der Service mit 22 Prozent, gefolgt von Produktion (13 Prozent) und Vertrieb (12 Prozent). Aber auch in der Entwicklung und Logistik finden sich erste Anwendungsfälle. Bis 2020 wollen insgesamt 50 Prozent der befragten Firmen IoT-Plattformen nutzen.
Doch die Suche nach einer geeigneten Industrial-IoT-Plattform gestaltet sich nicht einfach. Benötigt wird eine integrierte Plattform, die das Netzwerk organisiert, Daten intelligent auswertet, vor Cybergefahren schützt und laufend weiterentwickelt werden kann.
Der Markt für IIoT-Plattformen zeigt sich genauso zersplittert wie die Digitalisierungsstrategien vieler Industrieunternehmen. „Industrielle IoT-Anwendungen eröffnen Unternehmen große Chancen für integrierte Lösungen aus Software und Services“, erklärt Michael Schertler von Bain & Company. „Allerdings müssen sie die Anbieter sorgfältig prüfen, um in diesem extrem fragmentierten Markt den richtigen Technologiepartner für ihr strategisch wichtiges Investment zu finden.“
„Kleinere Nischenanbieter mit spezialisierten Anwendungen sind häufig erfolgreicher als die großen Konzerne, die Milliarden in ihre IoT-Lösungen investieren“, so Bain-Technologieexperte Hans Joachim Heider. Dennoch hätten gerade die Industriegiganten gute Chancen, im boomenden IoT-Markt Fuß zu fassen. Denn Unternehmen wie Siemens, Bosch oder GE hätten das Vertrauen ihrer Kunden. Doch auch andere Plattformanbieter finden ihre Nutzer.
Anwendungsbereiche
Folgenden Business-Feldern sprechen Experten das größte Potenzial für den Einsatz von Industrial-IoT-Plattformen zu:
  • Asset Tracking und Management
  • Automation Control und Management
  • Business Process Optimization
  • Emergency und Incident Management
  • Logistics
  • Predictive Maintenance
  • Real-Time Workforce Tracking und Management
  • Supply Chain Management
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